Einlagensicherung

Mit der Einlagensicherung erhalten wir Sparer eine gewisse Sicherheit für unsere Spareinlagen, welche bei den verschiedensten Banken liegen. Seit der Bankenkrise 2007/2008 legen wir größeren Wert auf die Sicherung unserer Einlagen und dennoch ist das System der Einlagensicherung nur schwer zu durchschauen. Vorweg darf darauf hingewiesen werden, dass die Einlagensicherung dann funktioniert, wenn der maximale Betrag nicht überschritten wurde und nur einzelne Banken ausfallen. Gibt es Ausfälle von mehreren Banken und sind diese noch dazu größer, so darf davon ausgegangen werden, dass sich der Staat etwas anderes überlegen muss. Die Fonds der Einlagensicherung sind nicht so hoch dotiert, dass ein Massenexodus von vielen und großen Banken aufgefangen werden kann.

Was ist abgesichert?

Unter die Einlagensicherung fallen folgende Einlagen:

  • Sparbücher (das sind z. B. täglich fällige Sparbücher, Prämien- oder Kapitalsparbücher)
  • Guthaben auf Konten (Girokonten, Tagesgeldkonten, Festgeldkonten, Sparcards, Online-Sparkonten, Wertpapierverrechnungskonten, Fremdwährungskonten)
  • Bausparverträge

Was ist nicht abgesichert?

Nicht abgesichert durch die Einlagensicherung sind z. B.

  • Wertpapierdepots
  • eWallet bzw. E-Geld Guthaben (Prepaid Kreditkarten, Skrill, Neteller, …)

Einlagensicherung in Österreich

In Österreich gibt es verschiedene Sicherungseinrichtungen die im Falle des Falles gemäß dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) für die jeweils teilnehmenden Bankinstitute einspringt. Im Sicherungsfall springt die Einlagensicherung für Beträge von Konten und Sparbüchern von bis zu 100.000 Euro ein. Pro Kunde und pro Kreditinstitut. Es gibt dabei keinen Selbstbehalt.

Springt ein Einlagensicherungsfonds ein, so hat dieser innerhalb von 7-20 Arbeitstagen das Guthaben auszubezahlen. Es ist dabei kein Antrag des Kunden notwendig, außer bei einer zeitlich begrenzten gedeckten Einlage. Diese sind sogar bis zu einem Betrag von 500.000 Euro abgesichert. Das könnten z. B. Transaktionserlöse aus einem Immobilienverkauf sein (siehe § 12 des ESAEG).

Seit 15.8.2015 ist die Einlagensicherung in Österreich neu geregelt und somit auch anders strukturiert. Die Veränderung der Einlagensicherung mündete vor allem im ESAEG. Was sich ändert ist, dass die Haftung für den Ausfall nun wieder zu den Banken wandert und der Staat sich aus der Einlagensicherung zurückzieht. Die Banken zahlen nun in einen eingerichteten Fonds ein, welcher so Jahr für Jahr höher dotiert wird, bis zu einem Maximum. Aus diesem Fonds sollen dann Ausfälle bezahlt werden.

Sicherungseinrichtungen

Historisch bedingt gibt es noch immer diese 5 Sicherungseinrichtungen, wobei das Gesetz hier vorsieht, dass diese 5 Sicherungseinrichtungen bis Ende 2018 in einer einheitlichen Sicherungseinrichtung aufgehen werden.

  • Einlagensicherung der Banken und Bankiers Gesellschaft m.b.H.
  • Sparkassen-Haftungs AG
  • Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen
  • Volksbank Einlagensicherung eGen
  • Hypo-Haftungs Gesellschaft m.b.H.

Damit startet mit 2019 auch in Österreich nur noch eine Sicherungseinrichtung. Die Oberhand über die österreichische Einlagensicherung hat die WKO, welche unter https://www.wko.at/site/einlagensicherung/start.html eine Website zum Thema eingerichtet hat und dort über alle Themen rund um das Thema der österreichischen Einlagensicherung berichtet.

Für wen gilt die österreichische Einlagensicherung?

Die Einlagensicherung gilt unabhängig von der Staatsbürgerschaft des Einlegers. Umgekehrt heißt dies natürlich, dass wir Österreicher auch im EU-Ausland sparen können und wir dort in den Genuss der dort vorhandenen Einlagensicherung kommen.

Einlagensicherung oder Anlegerentschädigung?

Neben der Einlagensicherung gibt es in Österreich eine weitere Absicherung, die Anlegerentschädigung. Hauptsächlich betrifft die Anlegerentschädigung die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapierdepots. Die Anlegerentschädigung ist aber deutlich geringer als die Einlagensicherung, denn statt einem maximalen Höchstbetrag von 100.000 Euro gibt es bei der Anlegerentschädigung einen maximalen Höchstbetrag von 20.000 Euro. Folgende Forderungen gegenüber dem Kreditinstitut sind laut Angaben der WKO betroffen:

  • der Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für andere (Depotgeschäft),
  • dem Handel des Kreditinstituts mit Geldmarktinstrumenten, Finanztermin-kontrakten, Zinsterminkontrakten, Forward Rate Agreements, Zins-und Devisenswaps sowie Equity Swaps, Wertpapieren und daraus abgeleiteten Instrumenten,
  • der Teilnahme des Kreditinstituts an der Emission Dritter (Loroemissionsgeschäft),
  • der Hereinnahme und Veranlagung von Abfertigungsbeiträgen und Selbständigenvorsorgebeiträgen (Betriebliches Vorsorgekassengeschäft)
  • der Portfolioverwaltung durch Verwaltung von Portfolios auf Einzelkundenbasis mit einem Ermessensspielraum im Rahmen einer Vollmacht des Kunden, sofern das Kundenportfolio ein oder mehrere Finanzinstrumente enthält (Wertpapierdienstleistungen gemäß § 3 Abs. 2 Z 2 WAG 2007).

Im Unterschied zur Einlagensicherung gibt es neben der maximalen Höhe auch noch einen weiteren Unterschied bei der Anlegerentschädigung, denn bei nicht natürlichen Personen ist die Zahlungspflicht der Sicherungseinrichtung bei 90 % der Forderung. Das heißt es gibt hier einen Selbstbehalt von 10 % wenn es sich um keine natürliche Person handelt (sondern um eine juristische Person wie eine AG oder GmbH es ist).

Einlagensicherung im EU-Ausland

In den letzten Jahren gab es einen unübersehbaren Trend, dass Banken aus dem EU-Ausland ihre Angebote auch am österreichischen Markt anbieten. Das hat zur Folge, dass bei diesen ausländischen Angeboten auch eine andere Einlagensicherung gilt. Dank der EU ist der Schutz der Einlagen innerhalb der EU sehr ähnlich geregelt, wenn auch die jeweilige Umsetzung in den Ländern ein wenig anders ausfällt. Die EU hat die Richtlinie 2009/14/EG (CELEX Nr: 32009L0014) ist von den EU-Staaten bis 30. Juni 2009 die Erhöhung der Mindestgarantie auf 50.000 € (100.000 € ab 31. Dezember 2010), die Verkürzung der Frist für die Behörden zur Feststellung der Insolvenz auf fünf Arbeitstage und für die Auszahlung auf 20 Arbeitstage umzusetzen. Die EU-Staaten können in ihrer nationalen Gesetzgebung bessere Konditionen festlegen.

Wenn Sie die Sparzinsen vergleichen, so werden Sie speziell bei den Top-Anbietern feststellen, dass dort eine Einlagensicherung aus dem Ausland zum Einsatz kommt. Berühmte Beispiele sind:

  • ING-DiBa (Deutschland)
  • Moneyou (Niederlande)
  • Renault Bank direkt (Frankreich)
  • Crédit Agricole (Frankreich)
  • BIGBANK (Estland)

Aus diesem Grund haben wir folgende Zeilen den ausländischen Einlagensicherungen gewidmet:

Einlagensicherung Deutschland

In Deutschland ist die Einlagensicherung ebenfalls bei 100.000 Euro, jedoch kann es abhängig vom jeweiligen Institut sogar mehr sein, denn die Einlagensicherung besteht in Deutschland  aus zwei Säulen:

Gesetzliche Einlagensicherung: geregelt über Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz; Mindestschutz nach den Vorgaben der EU

  • Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)
  • Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ)

Freiwillige Einlagensicherungssysteme: Schutz über die gesetzliche Mindestvorgabe hinaus

  • Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken
  • Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (ESF)

Zwei Bankengruppen haben eigene Systeme, die Mitgliedsunternehmen schützen, sogenannte Verbundinterne Sicherungssysteme:

  • Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken
  • Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe

Diese beiden Systeme sind per Gesetz als gleichwertig zu der gesetzlichen Einlagensicherung anerkannt, beide Bankengruppen sind deshalb von der Einlagensicherungspflicht ausgenommen. Betroffen sind von der deutschen Einlagensicherung in Österreich z. B die folgenden Angebote

  • ING-DiBa
  • VR Bank Braunau
  • DKB
  • N26

Einlagensicherung Frankreich

Auch in Frankreich sind die Einlagen von Kunden. Die Einlagensicherung bzw. der Fonds heißt in Frankreich „Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution„. Genauso wie in Österreich ist es auch in Frankreich nicht üblich und so auch nicht vorhanden, dass es auch eine freiwillige Einlagensicherung gibt, damit Guthaben über 100.000 Euro abgesichert sind. In Österreich gibt es folgende Angebote von Banken die mit der französischen Einlagensicherung am Markt auftreten und um Kunden buhlen:

  • Renault Bank direkt
  • Crédit Agricole

Einlagensicherung Niederlande

De Nederlandsche Bank NV (kurz DNB) ist die richtige Anlaufstelle, wenn es darum geht mehr über eine niederländische Bank zu wissen. Die Niederlande hat mehrere große Banken, die ING Gruppe oder ABN AMRO sind zwei prominente Beispiele. Die Einlagensicherung liegt auch in den Niederlanden bei 100.000 Euro, im Falle eines Gemeinschaftskontos bei der doppelten Summe, nämlich bei 200.000 Euro. In Österreich gibt es folgende Banken die ein Angebot am Markt haben und der niederländischen Einlagensicherung unterliegen.

  • Moneyou
  • Yapi Kredi
  • Amsterdam Trade Bank

Einlagensicherung Estland

Im Moment gibt es im Sparzinsen Vergleich lediglich die BIGBANK, welche aus Estland stammt und somit unter die estnische Einlagensicherung fällt. Estland ist aus der Sicht eines Österreichers meist ein unbekanntes Land. Erwähnenswert ist die niedrige Staatsverschuldung, welche 2016 bei rund 11 % des Bruttoinlandsprodukt lag. Der estnische Einlagensicherungsfonds heißt „Tagatisfonds“ und hat eine Garantiegrenze bei 100.000 Euro. Im Moment sind über 30 Kreditinstitute beim Tagatisfonds dabei, darunter auch die BIGBANK.

Einlagensicherung Luxemburg

In Luxemburg gilt der „The Deposits Guarantee Funds in Luxembourg“ bzw. auf französisch der  „Fonds de garantie des dépôts Luxembourg (FGDL)“ und sichert Einlagen bis zu einem maximalen Betrag von 100.000 Euro. Im Fall des Falles wird das Geld innerhalb von 7 Werktagen ausbezahlt. In Österreich gibt es ein Sparangebot im Moment, welches aus Luxemburg stammt.

  • Advanzia Bank

Einlagensicherung Tschechien

Die Einlagensicherung in Tschechien deckt Ausfälle von Einlagen der Mitgliedsinstitute zu 100 % ab, sofern der maximale Betrag von 100.000 Euro bzw. dem Gegenwert in Tschechische Kronen nicht überschritten wird. Im Vergleich der Zinsen findet sich die

  • JT Banka

die über ein Zinsportal hier vertreten ist.

Einlagensicherung Portugal

Auch das Angebot aus Portugal kommt über ein Zinsportal. In Portugal gibt es ebenfalls die bereits bekannte Obergrenze von 100.000 Euro für die Einlagen. Betroffen ist die

  • Atlantico Europa

Bank.

Fazit zu der Einlagensicherung in Österreich und anderen europäischen Ländern

Die Einlagensicherung ist dank EU sehr einheitlich geregelt und in allen EU-Ländern bei 100.000 Euro. Manche Länder unterscheiden noch zwischen Einzelkonto und Gemeinschaftskonto und gewähren bei einem Gemeinschaftskonto eine höhere Einlagensicherung. Fraglich ist natürlich, wie stabil die jeweilige, nationale Einlagensicherung ist, wenn es tatsächlich zu einem Ausfall einer Bank kommt. Man kann hier nur hoffen, dass es hier kein böses Erwachen gibt.

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